Gott

Gott
ich entlasse dich
aus deinen männlichen rollen

der Herr
der Allwissende
der Allmächtige

auch aus der rolle des Vaters
der den mütterlichen anteil
verloren hat

auch aus der rolle des „lieben“ Gottes
aus dem das sog. Böse
heraus gesäubert wurde.

Wir machen dich gut und groß
damit wir uns festhalten können
und wir machen dich klein
und holen dich herunter
auf menschliches maß

Erduldest du das
oder lächelst du
weil es dich gar nicht betrifft

Wir geben dir namen
machen dich sagbar
weil wir das unsägliche nicht ertragen
so können wir – gelehrt und klug –
unendlich viele worte machen
in büchern
auf den kanzeln
und auf den kathetern der universität

Wir machen dich eng
und gießen dich in formen und bilder
weil uns das formlose ängstigt

Wir holen dich zu uns herunter
statt hinauf zu wachsen in dich hinein

und das unsägliche
das formlose
das namenlos unbekannte
ein zu laden
um unsere selbstgewählten
begrenzungen auf zu brechen

um herz und verstand
zu überwältigen
ja uns unerwartet
in deine gewalt zu bringen
zu unserem Heil

Vier-Einheit

Quelle allen Seins
göttliches Wasser des Lebens

Licht des Christus
Gabe der erleuchteten Liebe

Geistkraft –
Feuer der Inspiration

und du
Erde – tragender Boden hier

Schöpfungsenergie
ist in allen lebendig

In diesem großen
unaussprechlich herrlichem
Zusammenspiel
sind wir geliebt
und aufgehoben

Kosmisches Spiel

Chaos wohin wir schauen:
Wasser bricht Dämme
hinterlässt Verwüstung
Erde rutscht
begräbt ganze Dörfer
Stürme treiben Feuer vor sich her
alles Lebende
auf der Flucht
Vulkanasche verdüstert
den Himmel

Wir erleben Chaos
und schaffen es selbst
Täter Opfer und Schöpfer sind wir
alles zugleich
Spielbälle und Mitspieler
im kosmischen Theater
Wir wirbeln umher
kennen unsere Rollen nicht
und nicht den Titel des Stücks

Wir rotten Tiere Pflanzen
und Menschen aus
und wachsen in den Himmel
auf der Suche wonach?
Wir erfinden Waffen
und legen Städte in Schutt und Asche
auf der Suche wonach?

Blind sind wir und unwissend
doch dies wissen wir:
Verwüstung und Chaos
sind Teile des Ganzen

Chaos lebt:
tief innen beginnt schon
eine Zukunft
eine neue Ordnung

Das kosmische Spiel geht weiter
und wir spielen mit
auf der Suche nach neuen Rollen.

Ist das ein Lichtblick?

Het komt niet goed – Het komt goed

Ein Stich in meinem Herzen.
"Het komt niet goed."
Der Mensch ist böse von Jugend auf,
sagt die Bibel irgendwo,
er schafft sich Feinde
erschlägt sogar seine Freunde
Nee, het komt niet goed.

Er denkt, alles gehört ihm
und zerstört das
was er gar nicht geschaffen hat
er zerstört sogar das was es liebt
Nee, het komt niet goed.

Er bekämpft den Splitter im Auge des Anderen
und sieht den Balken im eigenen nicht.
Nee, het komt niet goed.
Blind und unwissend geht er durchs Leben
und durch die Welt.
Nee, het komt niet goed.

Stirb und Werde
ist das Gesetz des Hierseins
Neues Leben wächst aus dem Kompost
Ja, het komt goed.

Im Jammertal blühen Blumen
über dem Massengrab singt ein Vogel
Ja, het komt goed.

Wat een ramp was
werd een zegen.
Ja, het komt goed.

Aus dem Sandkorn in der Muschel
entsteht eine Perle
Aus der Träne des Baumes
wird ein Bernstein.
Nichts bleibt wie es ist.
Ja, het komt goed.

Pfingsten

Der Golfschläger jagt den Ball
über die Länder
Drohnen bevölkern den Himmel
Politiker schüren Chaos
Vulkane spucken Feuer
Waldbrände vernichten Natur
Asche
bedeckt Zerstörung und verdunkelt
die Lieblosigkeit der Menschen

Augen schließen
Herz öffnen
Barmherzigkeit
fließen lassen
auf Angst und Hass
wie kühlenden Regen
und die Kraft des Geistes
brausen lassen
in die Blindheit der Gemüter

bis die Taube
den Olivenzweig
allen zeigt
und sie wissen

Fruchtbare Erde

Die Samen gesenkt in fruchtbare Erde
gewässert mit Menschentränen
und Wasser aus Eden
umfächelt vom Frühlingswind
umtobt von barren Stürmen
und in Schlaf gesungen im Abendlicht

zum Wachsen gelockt
zum Blühen verführt
von lichtvoller Kraft
nicht aus mir
Triebfeder
eingesenkt ins irdische Fleisch

so bin ich
aufgebrochen
aufbrechend
durchglüht und gereinigt
immer aufs Neue
von feurigem Geist

und trage Früchte
leuchtend und versteckt
giftig und heilend
brauchbar
zur Befreiung von Gebundensein
zum Austreiben von Geistern
zur Heilung von Menschen und Seelen

so bin ich
Samenkorn, Blüte und Frucht
Mitschöpferin
im ewigen Stirb und Werde
aus der Kraft
des feurigen Geistes

ER

Er liebte die Kinder
auch ich war sicher bei ihm
sein Herz war offen
für einfache Menschen
Er durchschaute die schöne Fassade
von Machos und frommen Heuchlern
Er litt an den Menschen
und liebte sie
Er ist mein Bruder ich seine Schwester

Er war einsam
ging nach innen
und in die Wüste
lange
er wurde genährt von Geist und Licht
hellsichtig und durchscheinend
hat ihn die Nahrung gemacht
auch ich habe etwas davon gegessen *

Er durchschaute das Kranke im Menschen
sprach mit den Geistern
die sie besetzten und quälten
er strich Speichel auf den Mund des Verstummten
bis der verlorene Worte wieder fand
und in Jubel ausbrach
Er war Heiler und Schamane
Er ist mein Lehrer ich seine Schülerin

Er kämpfte nicht
er sah und wusste
und heilendes Licht strömte aus ihm
nur wenige konnten es sehen.
Er erzählte einfache Geschichten
nur wenige konnten sie verstehen
Er war ein bescheidener Meister
Ich sitze zu seinen Füßen

Er überschritt Grenzen
war hier und dort zuhause
und nirgendwo
Er ließ sich führen

Endlich
in der tiefsten Verzweiflung
ließ er sein Ego sterben
und machte dem Lichtkörper Platz
mit dem er das Totenreich durchschritt
und Maria und den Jüngern erschien
und uns, wenn wir es zulassen

Er ist der Verwandelte
der Geistwissen ausstreut wie Samen
und Feuerflammen setzt
auf die Köpfe von Menschen.
Ich trage so eine Flamme
und lebe fortan
in seinem Licht.

* 3 Monate lebte ich von Lichtnahrung

Mitternacht 26.1.2022

Gerade bin ich geboren
vor langer Zeit
Ich werde still und
schau auf das Bild an der Wand
eine Tonfigur sitzt dort
in tiefer Versenkung
ist eins mit dem Gefäß
auf ihrem Schoß
bereit für das Ritual

Bin ich die Schamanin
die den Trank bereitet
bin ich das Gefäß
bin ich der Trank selbst
oder jedes zu seiner Zeit
weiß ich´s?
Was ist Wissen?

Ich habe von dem Trank getrunken
um Mitternacht
und blicke
in den „Weltinnenraum“
frage die Steine nach ihrer Kraft
bitte den Baum um sein Wissen
und lausche dem Frosch
wenn er über die Tiefe des Wassers berichtet

Ich blicke
über die Grenze
in Räume wo Verstorbene wohnen
löse Verbindungen zur Erde
wenn sie es brauchen
lasse Licht durch mich fließen
in Dunkelheiten menschlicher Seelen

Kanal bin ich und Instrument
heiße auch „Die weiße Gabenträgerin“
die ihr Wissen gesammelt hat
schon in anderen Zeiten
zur Verwandlung in der Welt
damals und dort
und heute und hier